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IKJS - Internationale Katholische Jugendseelsorge
Marzellenstr. 32, 50668 Köln
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Bab-El-Bab  ist eine internationale Gruppe von jungen Erwachsenen. Gemeinsam sind wir unterwegs auf der Suche nach Einheit in der Verschiedenheit von Sprache, Kultur und Mentalität. Was uns eint ist der Glaube an Jesus Christus, den gekreuzigten und auferstandenen Herrn. Wir treffen uns einmal pro Monat um uns auszutauschen über Leben und Glauben, um einander besser kennenzulernen, um neue Bekanntschaften zu machen und Brücken zu schlagen ...

Die Gruppe besteht seit September 2002. Manche der jungen Leute sind in Köln geboren und aufgewachsen, andere kommen von weit her, wieder andere sind nur vorübergehend in Köln. So entstand ein recht buntes Miteinander. Dadurch, daß viele jungen Leute aus schulischen und beruflichen Gründen immer wieder umziehen, schwankt die Zahl der Teilnehmer zwischen 15-40. Bisher besuchten die Gruppe junge Erwachsene folgender Herkunftsländer: Albanien, Angola, Argentinien, Brasilien, Deutschland, Ecuador, Indien, Italien, Kamerun, Korea, Kroatien, Polen, Portugal + Spanien.

 

Bab-El-Bab  ist ein zusammengesetzter Name, der auf die Erzählung vom Turmbau zu Babel Bezug nimmt.

Diese Kurzgeschichte finden wir im ersten Buch der Bibel: Genesis 11,1-9:

1 Alle Menschen hatten die gleiche Sprache und gebrauchten die gleichen Worte. 2 Als sie von Osten aufbrachen, fanden sie eine Ebene im Land Schinar und siedelten sich dort an. 3 Sie sagten zueinander: Auf, formen wir Lehmziegel, und brennen wir sie zu Backsteinen. So dienten ihnen gebrannte Ziegel als Steine und Erdpech als Mörtel. 4 Dann sagten sie: Auf, bauen wir uns eine Stadt und einen Turm mit einer Spitze bis zum Himmel, und machen wir uns damit einen Namen, dann werden wir uns nicht über die ganze Erde zerstreuen. 5 Da stieg der Herr herab, um sich Stadt und Turm anzusehen, die die Menschenkinder bauten.

6 Er sprach: Seht nur, ein Volk sind sie, und eine Sprache haben sie alle. Und das ist erst der Anfang ihres Tuns. Jetzt wird ihnen nichts mehr unerreichbar sein, was sie sich auch vornehmen. 7 Auf, steigen wir hinab, und verwirren wir dort ihre Sprache, so daß keiner mehr die Sprache des anderen versteht. 8 Der Herr zerstreute sie von dort aus über die ganze Erde, und sie hörten auf, an der Stadt zu bauen. 9 Darum nannte man die Stadt Babel (Wirrsal), denn dort hat der Herr die Sprache aller Welt verwirrt, und von dort aus hat er die Menschen über die ganze Erde zerstreut.

Ein paar Fragen an den Text ...

1. Die Menschen in der Erzählung suchen Einheit. Was ist daran schlecht?

2. Wie ist der Eingriff Gottes zu verstehen? Bestraft Gott die Menschen?

 
Zum besseren Verständnis ...
Der Text nimmt Bezug auf die mesopotamischen Terrassentürme (Zikkurat).

 

Mesopotamien und Israel

Mesopotamien kommt von griech.: meso + potamos = zw. den Flüssen. Gemeint ist der Landstrich zwischen Eufrat und Tigris (Babylon, vgl. rechts).

Der Text ist in Israel geschrieben, erzählt aber von den Türmen in Mesopotamien und macht sich über sie lustig

Die Spitze jener Türme hieß BAB-EL (mesopotamisch: „Tür zu Gott“) . Die Erzählung sagt: nein, nicht „Tür zu Gott“, sondern „Wirrwarr“!

Es ergeben sich somit zwei entgegengesetzte Perspektiven: Mesopotamische Perspektive und Israelitische Perspektive:

Perspektive der Erbauer (= Perspektive der Mächtigen), Protagonisten gegenüber Perspektive des Gläubigen (= Perspektive der Unterdrückten), Erzähler

"Babel" = Tür zu Gott gegenüber "Babel" = Wirrwarr, Verwirrung

Turm als Machtgarantie für die Zukunft und Symbol für Unabhängigkeit und Allmacht gegenüber Turm als Ideologie, illusorischer Traum und Symbol für Sünde.

Zerstreuung und Verwirrung als  Macht- und Kontrollverlust, Verwirklichung des Alptraums, Bestrafung gegenüber Zerstreuung und Verwirrung als Befreiung von Unterdrückung, Meinungsfreiheit, Segen (vgl. Gen 1,28).

YHWH (Gott) als Gegner gegenüber  YHWH (Gott) als Befreier + Retter.

 

Fazit
Bab-El (Babel) steht also als Symbol für die gottgewollte Vielfalt und Verschiedenheit unter den Menschen.

Gleichzeitig ist Babel eine Rüge für all jene, die die Einheit predigen und Uniformität meinen, in der Absicht, damit ihre eigene Macht zu untermauern und auszuweiten.

Die Erzählung vom Turmbau lehrt uns, dass wahre Einheit und Gemeinschaft nicht aus menschlicher Kraft erreicht werden können, sondern ein Geschenk Gottes bleiben.

Der erste Schritt zur Einheit ist somit der Dialog mit Gott, das Gebet.

 

 

 

 
 

 

 

 
 
   
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